FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (AISBL)
SECRETARIAT GENERAL: 13, Place Albert 1er B – 6530 Thuin (Belgique)
______________________________________________________________________________
29.01.2015 / DE
FCI - Standard Nr. 344
AMERIKANISCHER AKITA
(American Akita)
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
2
ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud und Frau R.Binder.
Überarbeitet durch Herr H.Wiblishauser / Offizielle Originalsprache
(EN).
URSPRUNG : Japan.
ENTWICKLUNG : USA.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN
OFFIZIELLEN STANDARDS : 06.01.2015.
VERWENDUNG : Begleithund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom
Urtyp.
Sektion 5 Asiatische Spitze und
verwandte Rassen.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Beginn der
Geschichte des Amerikanischen Akitas deckt sich mit der Geschichte
des japanischen Akitas. Seit 1603 wurden in der Akita Region "Akita
Matagis" (mittelgrosse Hunde zur Bärenjagd) zu Hundekämpfen
verwendet. Von 1868 an wurden Akita Matagis mit dem Tosa und
mit Mastiffs gekreuzt. Infolgedessen nahm die Rasse an Grösse zu,
aber charakteristische Züge ,die zum Spitz-Typ gehören, gingen
verloren.
Im Jahre 1908 wurden die Hundekämpfe verboten. Aber die Rasse
überlebte dennoch, gedieh und entwickelte sich zu einer
grossgewachsenen japanischen Rasse. Neun vorzügliche Exemplare
dieser Rasse wurden dann im Jahre 1931 zu "Denkmälern der Natur"
erklärt.
Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) war es üblich,
Hundsfelle zur Hersellung von Militärkleidern zu verwenden. Die
Polizei ordnete die Festnahme und Beschlagnahme aller Hunde
ausser den deutschen Schäferhunden, welche für militärische Zwecke
vorbehalten waren.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
3
Verschiedene Liebhaber versuchten jedoch, das Gesetz zu umgehen,
indem sie ihre Hunde mit deutschen Schäfern kreuzten.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, hatten die Akitas drastisch an
Zahl abgenommen, und es existierten drei verschieden Typen unter
ihnen : 1) Matagi Akitas, 2) Akitas für Hundekämpfe und 3)
Schäferhund-Akitas. Dies war eine stark verworrenen Situation für
die Rasse.
Während des Wiederaufbaus der reinen Rasse nach dem Krieg, hatte
Kongo-go, ein Hund aus der Blutlinie Dewa, vorübergehend einen
ungeheuren Popularitätserfolg. Zahlreiche Akitas aus der Dewa
Blutlinie, welche in ihrem Erscheinungsbild die Eigenheiten von
Mastiffs und deutschen Schäferhunden erkennen liessen, wurden
durch Militärpersonen in die Vereinigten Staaten mit nach Hause
genommen. Die Akitas der Dewa Blutlinie, intelligent und an
verschiedene Lebensbedingungen anpassungsfähig, faszinierten die
Züchter in den USA, und die Zahl der Hunde und der Züchter dieser
Hundelinie nahm parallel zu ihrer Beliebtheit zu.
Der Amerikanische Club für Akitas wurde 1956 gegründet und der
Amerikanische Kennel-Club (AKC) anerkannte die Rasse im
Oktober 1972 (Eintragung in das Zuchtbuch und Zulassung zu den
Ausstellungen). Leider hatten damals der Japanische Kennel Club
(JKC) und der AKC keine Vereinbarung zur gegenseitigen
Anerkennung ihrer Abstammungsurkunden, so dass die Einführung
neuer japanischer Blutlinien in die USA nicht möglich war. Deshalb
entwickelten sich die Akitas in den Vereinigten Staaten wesentlich
anders als im Ursprungsland Japan. So entstand in den USA ein
eigener Schlag mit seit 1955 unveränderten charakteristischen,
typischen Merkmalen. Diese Entwicklung unterscheidet sich scharf
von den Verhältnissen in Japan, wo die Akitas mit Matagi Akitas
gekreuzt wurden, um die ursprüngliche reine Rasse wieder
aufzubauen.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Grosser, kräftiger,
harmonisch gebauter Hund, mit viel Substanz und von schwerem
Knochenbau.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
4
Der breite Kopf in Form eines stumpfen Dreiecks, der tiefe Fang, die
eher kleinen Augen und die Stehohren, welche die Oberlinie des
Halses fast verlängernd nach vorne geneigt getragen werden, sind
charakteristisch für die Rasse.
WICHTIGE PROPORTIONEN :
· Die Widerristhöhe verhält sich zur Länge des Körpers wie 9 zu 10
bei den Rüden und wie 9 zu 11 bei den Hündinnen.
· Die Tiefe der Brust entspricht der Hälfte der Widerristhöhe.
· Der Abstand von Nasenschwamm zu Stop verhält sich zum
Abstand vom Stop zum Hinterhauptstachel wie 2 zu 3.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Freundlich,
aufmerksam, aufnahmefähig, folgsam und mutig.
KOPF : Massiv, aber in Harmonie mit dem ganzen Körper; in
ruhiger Situation ohne Falten. Von oben gesehen hat der Kopf die
Form eines stumpfen Dreiecks.
OBERKOPF :
Schädel : Flach und breit zwischen den Ohren. Eine leichte Furche
laüft gut nach oben über die Stirne.
Stopp : Gut ausgeprägt, aber nicht zu schroff.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Breit und schwarz. Geringfügiger und
verwaschener Pigmentverlust an der Nase ist nur bei weissen
Hunden akzeptabel, aber schwarz wird immer bevorzugt.
Fang : Breit, tief und voll.
Lefzen : Schwarz, nicht hängend, Zunge rosafarben.
Kiefer / Zähne : Kiefer nicht gerundet, aber stumpf, stark und
kraftvoll; Zähne kräftig und regelmässig, Gebiss vollständig (Fehlen
von PM1 und M3 erlaubt); vorzugsweise Scherengebiss, aber
Zangengebiss zulässig.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
5
Augen : Dunkelbraun, relativ klein, nicht vorspringend und von
nahezu dreieckiger Form. Lidränder schwarz und dicht am
Augapfel anliegend.
Ohren : Sie sind straff aufgerichtet und klein im Verhältnis zum
übrigen Kopf. Wird das Ohr zur Kontrolle der Länge nach vorne
gefaltet, soll die Spitze den Rand des Oberlids berühren. Die Ohren
sind dreieckig mit leicht abgerundeter Spitze, breit am Ansatz, nicht
zu tief angesetzt.
Von der Seite gesehen, werden die Ohren in Verlängerung der
Oberlinie des Halses leicht nach vorne über die Augen geneigt
getragen.
HALS : Dick und muskulös, mit minimaler Wamme;
verhältnismässig kurz, sich gegen die Schultern zu allmählich
verbreiternd. Der ausgeprägt gewölbte Nacken geht harmonisch in
die Schädelbasis über.
KÖRPER : Länger als hoch. Haut nicht zu dünn, weder zu straff
noch zu lose.
Rücken : Horizontal.
Lenden : Stark bemuskelt.
Brust : Breit und tief. Rippen gut gewölbt, in der Brustbeingegend
gut ausgebildet.
Untere Profillinie und Bauch : Mässig aufgezogen.
RUTE : Kräftig und üppig behaart, hoch angesetzt, über dem
Rücken oder an die Flanke gelehnt getragen, zu drei Vierteln, ganz
oder doppelt eingerollt, die Spitze immer bis zum Rücken oder tiefer
reichend. Wenn sie zu drei Vierteln eingerollt ist, fällt die
Rutenspitze deutlich über die Flanke. Am Ansatz ist die Rute gross
und kräftig. Wenn sie hängt oder gestreckt wird, reicht der letzte
Rutenwirbel bis zum Sprunggelenk. Das Haar ist grob, gerade und
dicht, aber ohne eine Fahne zu bilden.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
6
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines: Die Vorderläufe haben eine schwere Knochenstruktur
und sind von vorne gesehen gerade.
Schulter : Mächtig und kräftig, mässig stark nach hinten gelagert.
Vordermittelfub : In einem Winkel von ungefähr 15° zur Vertikalen
nach vorne geneigt.
Vorderpfoten : Gerade ausgerichtete Katzenpfoten, gut
aufgeknöchelt, mit dicken Fussballen.
HINTERHAND :
Allgemeines: Kräftig bemuskelt; Breite und Knochenstruktur
entsprechen der Vorderhand. Üblicherweise werden die Afterkrallen
an den Hinterläufen entfernt.
Oberschenkel : Kräftig, gut entwickelt.
Knie : Mässig gewinkelt, von hinten gesehen parallel.
Sprunggelenk : Recht tief angesetzt, weder nach innen noch nach
aussen gedreht.
Hinterpfoten : Gerade ausgerichtete Katzenpfoten, gut
aufgeknöchelt, mit dicken Fussballen.
GANGWERK : Kraftvoll, raumgreifend, mit mässigem Vortritt und
Schub. Hinterläufe bewegen sich auf der Linie der Vorderläufe,
wobei der Rücken stark, fest und horizontal bleibt.
HAARKLEID
Haar : Stockhaar. Die Unterwolle ist dick, weich, dicht und kürzer
als das Deckhaar. Das Deckhaar ist gerade, harsch/steif und etwas
vom Körper abstehend. Am Kopf, unten an den Läufen und an den
Ohren ist das Haar kurz. Die Länge des Haares am Widerrist und an
der Kruppe beträgt ungefähr 5 cm und ist damit etwas länger als am
übrigen Körper, ausser an der Rute, wo das Haar am längsten und
üppigsten ist.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
7
Farbe : Alle Farben wie rot, falbfarben, weiss usw. sind zulässig,
inklusive gestromt und gescheckt. Die Farben sind glänzend und
klar, die Abzeichen sind harmonisch verteilt, mit oder ohne Maske
oder Blesse. Einfarbig weisse Hunde haben keine Maske. Die
gescheckten Hunde weisen auf weissem Grund grosse, regelmässig
angeordnete Flecken auf, die den Kopf und mehr als einen Drittel des
Körpers bedecken. Die Unterwolle kann andersfarbig sein als das
Deckhaar.
GRÖSSE :
Widerristhöhe : Für Rüden : 66 bis 71 cm (26 bis 28 ins.),
Für Hündinnen: 61 bis 66 cm (24 bis 26 ins.).
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem
Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen
Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu
beachten ist.
· Hündinnenhafte Rüden, rüdenhafte Hündinnen.
· Schmaler oder spitz zulaufender Kopf.
· Jeder fehlende Zahn (ausser PM1 und M3).
· Blau oder schwarz geflekte Zunge.
· Helle Augen.
· Kurze Rute.
· Nach innen oder aussen gedrehte Ellenbogen.
· Jeder Hinweis auf einen Kragen oder auf Befederung.
· Ängstlichkeit oder Boshaftigkeit.
SCHWERE FEHLER :
· Fehlen von Substanz.
· Leichter Knochenbau.
FCI-St. Nr. 344 / 29.01.2015
8
DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
· Aggressive oder űbermässig ängstliche Hunde
· Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder
Verhaltensstőrungen aufweisen, műssen disqualifiziert werden.
· Nasenschwamm völlig ohne Pigmentierung. Nasenschwamm mit
unpigmentierten Flecken (Schmetterlingsnase).
· Kippohr, Hängeohr, Faltohr.
· Vor- oder Rückbiss.
· Sichelrute, nicht gerollte Rute.
· Untergrösse für Rüden unter 63,5 cm (25 ins), für Hündinnen
unter 58,5 cm (23 ins).
N.B.
· Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
· Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch
gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Die letzten Änderungen sind in Fettschrift.